Konzept zum Nachlesen

Hier kannst du unser Konzept nachlesen. Vorab noch einige Hinweise:

  • Der unten stehende Text gibt den Stand Ende 2016 wieder, denn zu diesem Zeitpunkt haben wir das Konzept bei der Stadt Oberhausen eingereicht. Es kann sich also noch viel in der Zwischenzeit bis zur Eröffnung ändern! Denn alle weiteren Planungen machen wir gemeinsam mit den zukünftigen Besucher*innen!
  • Alle neueren Entscheidungen aus dem weiteren Vorbereitungsprozess findest du daher auf der Startseite
  • Das unten dargestellte Konzept ist in vielen abendlichen Terminen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die schon länger bei den Falken aktiv sind oder in unser Jugendhaus Falkentreff kommen, im Zeitraum Mitte bis Ende 2016 entstanden. Sie wurden von den Mitgliedern des Vorstandes der Oberhausener Falken und den Hauptamtlichen dabei unterstützt. Selbstverständlich stehen viele Ideen nur exemplarisch für unser Ziel, die Wünsche und Bedürfnisse der zukünftigen Besucher*innen bestmöglich abzudecken. Daher sind diese nicht in Stein gemeißelt, sondern erstmal nur die Grundlage für weitere Diskussionen.

1. Trägerinformationen

Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein unabhängiger und selbstorganisierter politischer und pädagogischer Kinder- und Jugendverband. Unser Verband ist Teil der Arbeiterjugendbewegung und aus der Selbstorganisation junger Arbeiter*innen entstanden. Seit über 100 Jahren vertreten bei uns Kinder und Jugendliche ihre Rechte und Interessen selbst und setzen sich für eine gerechtere Gesellschaft ein.

Die Jugendverbandsarbeit des Kreisverbandes Oberhausen der SJD-Die Falken umfasst neben der Durchführung von Zeltlagern und Freizeiten die außerschulische Bildung in Form von Seminaren, Veranstaltungen und Gruppenarbeit. Wir sind ein gemeinnütziger, ehrenamtlich organisierter Verband, in dem die beteiligten Kinder und Jugendlichen frühzeitig und in hohem Maße mit Entscheidungskompetenzen ausgestattet werden.

Unser Büro befindet sich im Dr. Kurt Schumacher-Heim, genannt „Falkentreff“, auf dem Tackenberg und ist folgendermaßen zu erreichen:

SJD-Die Falken Kreisverband Oberhausen
Richard-Dehmel-Straße 38
46119 Oberhausen

Telefon: 0208-6290879
Fax: 0208-6290882
eMail: kontakt@falken-oberhausen.de

Ihre Ansprechperson bei Fragen zum vorliegenden Konzept ist Daniela Lawatsch (1. Vorsitzende), Sie können sie über die oben genannten Kontaktmöglichkeiten erreichen.

2. Trägervoraussetzungen

Die Falken Oberhausen sind anerkannter Träger der Jugendhilfe nach §75 SGB VIII und führen seit 1957 in der Einrichtung „Falkentreff“ auf dem Tackenberg offene Kinder- und Jugendarbeit in einem von ähnlichen sozioökonomischen Voraussetzungen wie Osterfeld-Mitte geprägten Quartier durch. Unsere Erfahrungen in diesem Arbeitsfeld sind vielfältig, die Schwerpunkte der Arbeit liegen auf freizeitpädagogischen Angeboten, geschlechterspezifischen Angeboten, politischer Bildungsarbeit, schulbezogenen Angeboten und sozialraumbezogener Arbeit. Darüber hinaus verstehen wir uns als Akteur in einem Netzwerk aus Hilfsangeboten, innerhalb dessen wir als Sprachrohr für die Interessen der jungen Menschen im Stadtteil agieren. Als neuere Arbeitsfelder traten in der Vergangenheit die Jugendkulturarbeit sowie die Unterstützung von Geflüchteten sowie deren Integration in unsere Regelangebote hinzu.

Die Trägerbescheinigung gemäß §75 SGB VIII ist in Kopie in der Anlage beigefügt.

3. Zielgruppe und Einzugsgebiet

3.1  Zielgruppe

Im Anforderungsprofil für den Betrieb eines Jugendzentrums Osterfeld werden im Punkt A 3 bereits ausführliche Aussagen zum Sozialraum Osterfeld und dem Quartier Osterfeld Mitte/Vonderort getroffen. Aus unserer Sicht sind die folgenden Datenpunkte von herausragender Bedeutung für die Eingrenzung der relevanten Zielgruppe und sollen daher Erwähnung finden:

In Osterfeld wohnen im gesamtstädtischen Vergleich anteilig die meisten Menschen mit Migrationshintergrund unter 27 Jahren, zugleich ist das Quartier Osterfeld Mitte/Vonderort von einem besonders hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen geprägt.

Viele Kinder und Jugendliche stammen aus Familien mit 3 oder mehr Kindern, weiterhin muss der Alltag jedes vierten Familienhaushaltes von Alleinerziehenden bewältigt werden. Auch aufgrund der überdurchschnittlichen Anteile an Transferleistungsempfänger*innen sind daher besonders viele junge Menschen von Kinderarmut betroffen.

Die hohe Jugendarbeitslosigkeitsrate, die häufige Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung und der im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich hohe Anteil von Kindern mit Sprachförderbedarf verweisen auf die Konzentration multipler Problemlagen der Familien im Stadtteil. Hieraus folgt aus unserer Sicht die Notwendigkeit einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die neben ihrem originären nonformalen Bildungsauftrag auch eine vermittelnde Rolle innerhalb der Hilfenetzwerke zur Unterstützung von Familien wahrnimmt.

Die Angebote der Einrichtung richten sich in erster Linie an Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren („Kernzielgruppe“). Darüber hinaus stehen sie allen interessierten Schüler*innen der angrenzenden Gesamtschule Osterfeld sowie jungen Erwachsenen bis 27 Jahren prinzipiell offen, hierbei sollen spezifische Angebote für die verschiedenen Altersgruppen ausdifferenziert werden. Beispielhaft können Spiel- und Kreativangebote für jüngere oder jugendkulturelle Veranstaltungen für ältere Besucher*innen an bestimmten Wochentagen, orientiert an ihren Vorstellungen und Bedarfen, vorgesehen werden. Wir legen Wert darauf, dass im Regelbetrieb kein Mindestalter zum Besuch des Jugendzentrums festgelegt wird, weil dies aufgrund der Altersstruktur innerhalb des Stadtteils und der Schüler*innenschaft der Gesamtschule Osterfeld eine zu große Gruppe von Kindern und Jugendlichen ausschließen würde. Im weiteren Sinne sollen sich die Angebote daher, angelehnt an §7 Absatz 1 des SGB VIII, an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren richten.

Mit der Einrichtung sollen aber nicht nur Kinder und Jugendliche aus Osterfeld erreicht, sondern aufgrund der zentralen Lage und der günstigen Anbindung an den ÖPNV auch interessierte junge Menschen aus den umliegenden Stadtteilen für nach besonderen Interessenlagen konzipierte Angebote (siehe hierzu Gliederungspunkt 8.2) gewonnen werden.

In Bezug auf das mobile Jugendangebot, welches wir mittels eines verbandseigenen Spielmobilanhängers durchführen wollen, ist eine Erweiterung der angesprochenen Zielgruppe notwendig: hiermit sollen auch Kinder ab 6 Jahren regelmäßig erreicht werden, da diese weniger eigenständig mobil sind und ein entsprechendes Angebot in Osterfeld-Süd/Vondern fehlt.

3.2  Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet des Jugendzentrums umfasst insbesondere die Quartiere Osterfeld-Mitte/Vonderort und Osterfeld-Süd/Vondern, darüber hinaus aber den gesamten Sozialraum Osterfeld, dem es als zweitgrößten Sozialraum Oberhausens bisher an einem zentralen stationären Angebot mangelt.

Insgesamt gibt es in Osterfeld und den angrenzenden Stadtteilen, hierzu zählt auch die Neue Mitte, viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche. Diese sind aber überwiegend kommerziell ausgerichtet und schließen daher junge Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen – siehe hierzu Punkt 3.1 – oft aus. Mit der geplanten Einrichtung als Gestaltungsraum kostenloser jugendgerechter Freizeitangebote und Treffpunkt für nichtkommerzielle Jugendkultur sollen daher Kinder und Jugendliche aus einem über den Sozialraum Osterfeld hinaus gehenden Einzugsgebiet erreicht werden.

Die aufsuchende Arbeit wird gemäß des Anforderungsprofils primär im Quartier Osterfeld-Süd/Vondern stattfinden. Je nach Bedarf halten wir eine Ausweitung auf weitere von Kindern und Jugendlichen häufig besuchte Orte wie beispielsweise den OLGA-Park oder den Revierpark Vonderort für notwendig.

4. Standort

Gemäß des Anforderungsprofils und als Folge der politischen Vorberatung und Beschlusslage ist der Standort des neuen Jugendzentrums mit dem sogenannten „kleinen Projekthaus“ an der Westfälischen Straße festgelegt worden. Wir halten dies für eine günstige Entscheidung aufgrund der zentralen Lage und guten Erreichbarkeit für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Osterfeld.

Bei der Ortsbegehung am 06.12.2016 wurden wir über die Intention der Stadt Oberhausen informiert, neben einer Teilnutzung des „kleinen Projekthauses“ einen angrenzenden Neubau zu errichten. Zusammen mit den vorhandenen Räumen soll dieser eine nutzbare Fläche von bis zu 400m² zur Verfügung stellen. Die im Folgenden skizzierten Ideen zum Raumkonzept werden innerhalb der Detailkonzeption und im Dialog mit den Fachplaner*innen daraufhin abgeglichen, inwieweit existierende Räume weiter genutzt werden können.

4.1 Grundsätzliche Anforderungen

Wir halten es für eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Vorhabens, offene Jugendarbeit in direkter Nachbarschaft der Gesamtschule Osterfeld zu etablieren, die Einrichtung sichtbar vom Schulgebäude abzugrenzen und mit einer eigenen Identität zu versehen. Um dies zu gewährleisten ist ein von der Schule und ihren Öffnungszeiten unabhängiger Eingang zum Jugendzentrum ebenso notwendig wie eine offene und einladende Gestaltung des Gebäudes. Den Besucher*innen soll beim Betreten der Einrichtung nicht der Eindruck vermittelt werden, sich in einem schulischen Kontext zu bewegen.

Als weitere Grundvoraussetzung steht für uns eine barrierefreie Gestaltung des neuen Jugendzentrums außer Frage. Konkret soll dies in der Umsetzung nicht bei den üblichen baulichen Maßnahmen wie Rampen, breiten Türen und rollstuhlgerechten Toiletten enden, sondern auch Aspekte wie ein Leitsystem für Sehbeeinträchtigte, die Nutzung von Piktogrammen und eine übersichtliche Gestaltung der Innenräume umfassen.

Die gesamte Einrichtung soll außerdem mit einem leistungsfähigen Netzwerk und flächendeckender WLAN-Versorgung ausgestattet werden; hierbei kommt insbesondere „Freifunk“ als offene Zugangsmöglichkeit in Betracht.

4.2 Raumkonzept und Ausstattung

Bezug nehmend auf den Gliederungspunkt 8 (Inhalte und Angebote) erachten wir folgendes Raumkonzept für das Jugendzentrum als angemessene Basis weiterer Überlegungen, die mit den zukünftigen Besucher*innen zu konkretisieren sind. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass im Sinne einer nachhaltigen Investition die Räumlichkeiten möglichst verschiedene Nutzungen zulassen und auch im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen flexibel ausgestattet werden.

Jugendcafé

Das Jugendcafé als zentraler Ort der Einrichtung soll folgende Ausstattung aufweisen:

  • Mindestraumgröße 60m²
  • Fenster mit Verdunkelungsmöglichkeit, variables Lichtkonzept
  • Theke mit Kühlschränken, Spüle, Kaffeemaschine, Verkaufsregalen usw.
  • Sitzgelegenheiten in verschiedenen Varianten
    • Lounge-Bereich mit Sofas und optischer Abschirmung zum Raum
    • Cocktailsessel mit Tischen
    • Barhocker an der Theke
  • Musikanlage
  • Bildschirm oder Beamer
  • Billardtisch, Kickertisch, Gesellschaftsspiele

Cliquenraum

  • Mindestraumgröße 20m²
  • Freie Gestaltung und Auswahl des Mobiliars durch die Besucher*innen

Saal

  • Mindestraumgröße 100m²-120m²
  • Bauliche Anbindung an das Jugendcafé
  • Hohe Decke
  • Schallschutz
  • Belüftungsanlage
  • Robuster Bodenbelag (auch für Sport und Veranstaltungen geeignet)
  • Fenster mit Verdunkelungsmöglichkeit, variables Lichtkonzept
  • Bühne mit Bühnentechnik, Lichtanlage und Leinwand; vom Raum durch verschiebbare Trennwand abgrenzbar und mit unter der Bühne angeordneten Schubfächern für Material
  • Konzert taugliche PA-Anlage
  • Kleiner, an die Bühne angrenzender Lagerraum für Technik
  • Kletterwand
  • Variable Ausstattung mit klappbaren Tischen und Bestuhlung
  • Tischtennisplatte und weiteres mobiles Sportequipment

Multifunktionsraum

  • Mindestraumgröße 40m²
  • Nutzung sowohl für Kreativangebote und Werken als auch für Besprechungen und Seminare
  • Fest installierter Beamer und Leinwand
  • Tische und Stühle
  • Schränke als Lagermöglichkeit für Bastelmaterial und Werkzeuge
  • Werkbank, Werkzeuge und Waschbecken mit davor gesetztem Raumtrenner

Küche

  • Mindestraumgröße 25m²
  • Direkte Anbindung an das Jugendcafé, Tür oder Durchreiche zur Theke
  • Robuste Küchenausstattung, die die Nutzung mit Kindern und Jugendlichen sowie die Zubereitung größerer Portionen zulässt
  • Gastro-Geschirrspüler

Medien- und Musikraum

  • Mindestraumgröße 30m²
  • Nutzung sowohl für eigenverantwortliches Arbeiten als auch für gemeinsame Medienproduktion und musikalische Angebote
  • Zwei PC-Arbeitsplätze, Drucker, Scanner
  • Schnitt- und Aufnahmerechner, Aufnahmetechnik Ton und Bild
  • Schallisolierung, Raumteiler
  • Grundausstattung mit Instrumenten wie Schlagzeug, Gitarren und Bassgitarren und Verstärker, Effekte etc.

Beratungsraum

  • Mindestraumgröße 10m²
  • Schreibtisch, Stühle
  • Sitzecke mit Sesseln
  • Abschließbarer Schrank

Büro

  • Mindestraumgröße 20m²
  • Standardausstattung mit Schreibtischen und Stühlen, Bürotechnik, verschließbaren Aktenschränken etc.

Sanitäre Anlagen

  • Damentoilette und Herrentoilette mit üblicher Ausstattung
  • Rollstuhlgerecht ausgestattete, barrierefreie Toilette, die darüber hinaus auch von allen Besucher*innen jeden Geschlechts genutzt werden darf

Lager

  • Mindestraumgröße 20m²
  • Schwerlastregale und Stahlschränke

5. Außenbereich

Der Außenbereich der Einrichtung soll sichtbar vom Schulgelände zu unterscheiden sein. Zum Schulhof der GSO soll es ein abschließbares Tor geben, was im Alltagsbetrieb sowohl eine gute Zugänglichkeit für die Schüler*innen und eine simple Mitnutzung der Schulhofflächen gewährleistet, als auch die Eigenständigkeit der Einrichtung unterstreicht. Da der Außenbereich als weithin sichtbares identitätsstiftendes Merkmal des Jugendzentrums den Besucher*innen besonders viel Raum zur eigenen Gestaltung und Mitbestimmung bieten soll, seien nachfolgend nur einige Ideen genannt, die aus unserer Erfahrung sinnvollerweise verwirklicht werden könnten:

  • Tischtennisplatte
  • Sitzgelegenheiten
  • Hochbeete für Urban Gardening
  • Flächen für Graffiti
  • Basketballkorb
  • Kletterwand
  • Container oder Holzhaus zur Lagerung von Spiel- und Sportmaterial

6. Öffnungszeiten und Personal

Aufgrund der geplanten Angebotsstruktur, die sich an den derzeit unzureichenden Freizeitangeboten für junge Menschen im Stadtteil Osterfeld orientiert und die auch jugendkulturelle Veranstaltungen am Wochenende vorsieht, streben wir an, im Jugendzentrum an den Wochentagen Dienstag bis Samstag nach folgendem Schema Kernöffnungszeiten anzubieten – vorbehaltlich des weiteren Verlaufs der Feinkonzeptionierung orientiert an den Bedürfnissen der zukünftigen Besucher*innen:

Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag
14:30 – 21:00 Uhr 14:30 – 21:00 Uhr 14:30 – 21:00 Uhr 14:30 – 22:00 Uhr 13:30 – 22:00 Uhr

Die Abweichung zur im Anforderungsprofil unter Punkt B (5) genannten Öffnungszeit ab 16:00 Uhr ergibt sich aus unseren Erfahrungswerten in der Arbeit mit Schüler*innen und dem teilweise bereits am frühen Nachmittag endenden Schulalltag an der Gesamtschule Osterfeld. Wir gehen außerdem davon aus, dass die Zeiten einer bedarfsgerechten Anpassung, zum Beispiel in den Sommermonaten und in den Schulferien, unterliegen werden. Insgesamt rechnen wir mit mindestens 35,5 Öffnungsstunden pro Woche zuzüglich Sonderveranstaltungen. Für die Personalplanung muss an dieser Stelle berücksichtigt werden, dass für die Durchführung mancher Angebote die gleichzeitige Präsenz mindestens zweier Fachkräfte im Haus notwendig ist.

Bezüglich des aufsuchenden Angebots im Quartier Osterfeld-Süd/Vondern rechnen wir mit einem wöchentlichen Mindestbedarf von 6 Stunden. Diese mobile Arbeit soll eng an das Jugendzentrum angebunden und daher primär vom dortigen Stammpersonal geleistet werden. Dies gewährleistet einheitliche Ansprechpersonen und Synergien in der Betriebsorganisation.

Weiterhin bedarf es eines regelmäßigen Austausches unter den Fachkräften, um das pädagogische Konzept an die Bedürfnisse der wechselnden Gruppen anzupassen. Aus unserer Erfahrung sind die Fachkräfte auch an Runden Tischen oder ähnlichen Netzwerkaktivitäten im Stadtteil sinnhaft einzubinden. Weitere Ressourcen werden durch Tätigkeiten zum Betrieb der Einrichtung (z.B. Einkäufe und Verwaltung) beansprucht, sodass nach den Erfahrungswerten unserer und anderer Einrichtungen weitere Arbeitszeit dafür eingeplant werden muss.

Der vorgenannt skizzierte Grundbetrieb, unter Berücksichtigung von Urlaubs- und Krankheitszeiten, wäre aus unserer Sicht mit drei fest angestellten Fachkräften darstellbar, deren Stellen wie folgt zugeschnitten würden:

  • Einrichtungsleitung in Vollzeit, Wochenarbeitszeit 38,5 Stunden
  • Zwei Pädagog*innen in Teilzeit, Wochenarbeitszeit jeweils 25,5 Stunden

Bei der Auswahl des Personals planen wir, die Besucher*innenstruktur in ihrer kulturellen Diversität zumindest ansatzweise abzubilden. Selbstverständlich sehen wir eine angemessene Vergütung der Fachkräfte nach dem für uns maßgeblichen Tarifvertrag TV-L vor.

Zusätzlich zu den pädagogischen Fachkräften müssen für den Betrieb des Hauses noch Kosten für die Gebäudereinigung eingeplant werden.

Wie auch in unserer Einrichtung „Falkentreff“ möchten wir durch eigenständige Akquise von Drittmitteln zusätzliche Angebote und Öffnungszeiten realisieren, die durch Honorarkräfte oder eine Stundenaufweitung des Stammpersonals umgesetzt werden können.

Über den reinen Personalkostenbedarf hinaus sind selbstverständlich Kosten für Sachmittel wie Verbrauchsmaterialien, kleinere (Ersatz-)Beschaffungen, Betriebsnebenkosten wie Versicherungen und Unfallkasse sowie Honorare und Eigenanteile einzuplanen.

7. Eigenanteil

Im Anforderungsprofil zum Betrieb des Jugendzentrums wird unter Punkt B (6) festgelegt, dass der Eigenanteil des Trägers mindestens 10% der Personalkosten umfassen soll.

Uns stehen als unabhängigem und nicht konfessionsgebundenem Träger keine weiteren Finanzierungsquellen außer den von uns durch Mitgliedsbeiträge eingenommenen und weiteren selbst erwirtschafteten Eigenmitteln zur Verfügung. Aufgrund dieser geringen finanziellen Ressourcen ist es in unserem Verband seit Jahren gelebte Praxis, dass eine Vielzahl von Aufgaben durch ehrenamtlich Tätige unentgeltlich wahrgenommen wird. Dies umfasst neben der Steuerung des Verbandes durch einen ehrenamtlichen Vorstand und die Wahrnehmung von Overhead-Aufgaben durch Ehrenamtliche weitere unentgeltlich geleistete Arbeit.

Regelmäßig bringen wir dieses starke ehrenamtliche Engagement erfolgreich als nicht-monetären Eigenanteil beispielsweise in Projektfinanzierungen ein. Dieses Prinzip soll auch für die Darstellung des Eigenanteils beim Jugendzentrum Osterfeld zur Anwendung kommen. Wir rechnen realistisch mit anfänglich ca. 3000 Stunden ehrenamtlich geleisteter Arbeit im Jahr.

Als Vergleichswert sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass – wie auch im Wirksamkeitsdialog dokumentiert – allein in unserer bestehenden Einrichtung „Falkentreff“ im Jahr 2015 11.040 Stunden ehrenamtlicher Arbeit erbracht wurden. Hinzu kommt noch der erhebliche Stundenaufwand für die ehrenamtliche Geschäftsführung des Kreisverbandes sowie die in der Jugendverbandsarbeit des Trägers geleisteten Ehrenamtsstunden.

8. Inhalte und Angebote

Im Folgenden skizzieren wir die möglichen Angebotsstrukturen der Einrichtung, wohlwissend, dass die Konkretisierung derselben erst im Zuge der Erstellung einer Feinkonzeption gemeinsam mit den zukünftigen Besucher*innen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen erfolgen kann und wird.

8.1  Inhalte

Der inhaltliche Schwerpunkt der Einrichtung soll unserer Meinung nach auf Partizipation und der Ermöglichung von Freiräumen für junge Menschen mit geringen soziokulturellen und ökonomischen Ressourcen liegen.

Unter Partizipation verstehen wir als demokratischer Kinder- und Jugendverband ein grundlegendes Verständnis von frühzeitiger Beteiligung junger Menschen an allen sie betreffenden Entscheidungen. Dabei sehen wir Jugendverbände und Jugendeinrichtungen in einer vermittelnden Rolle: sie verhelfen Kindern und Jugendlichen zu Sprachfähigkeit und Wahrnehmung in der Gesellschaft und unterstützen sie durch Wissensvermittlung und Demokratiebildung bei der Durchsetzung ihrer Interessen. Dies ist unserer Meinung nach zugleich die beste Präventionsarbeit gegen extremistische Tendenzen wie Rechtsradikalismus, Salafismus oder weitere demokratiefeindliche Weltanschauungen.

In der Praxis des geplanten Jugendzentrums soll Partizipation alltäglicher Bestandteil der Entscheidungsfindung sein und sich insofern zum Beispiel auf die Namensfindung, die Gestaltung der Einrichtung und des Außenbereichs, die Entwicklung des Programmes sowie die Festlegung der Öffnungszeiten beziehen. Die Besucher*innen sollen das berechtigte Gefühl erlangen, dass die Einrichtung nicht nur von „Erwachsenen“, sondern auch von ihnen selbst verwaltet wird. Schon während der frühen Konzeptionsphase wurden verschiedene Formate zur Beteiligung von jungen Menschen eingesetzt, die im späteren Betrieb ebenso Verwendung finden können: hierzu zählt die Nutzung von Social Media als niedrigschwelliges Instrument zur Interessensabfrage, die direkte Ansprache von Besucher*innen, die anonyme Anregungssammlung in einer Ideenbox ebenso wie regelmäßige formale Beteiligungsformate wie eine Zukunftswerkstatt. Partizipation beinhaltet für uns auch zwingend eine stetige Fortentwicklung der angewendeten Methoden zur Beteiligung.

Kindern und Jugendlichen stehen in Zeiten von Konkurrenz und Leistungsdruck immer weniger Räume und Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung und Auslebung eigener Interessen abseits einer von am Lebenslauf orientierten Verzweckung zur Verfügung. Unserer Ansicht nach sollte sich offene Kinder- und Jugendarbeit hiervon emanzipieren und jungen Menschen Freiräume ermöglichen, Erfahrungen und Entwicklungen nach ihren individuellen Wünschen und Möglichkeiten zu erleben. Durch Empowerment und Selbstwirksamkeitserfahrungen stärken wir das Selbstbewusstsein und die eigene Wahrnehmung sowie die persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Wir wollen sie ermutigen, eigene Fähigkeiten zu erkennen und als starke Persönlichkeiten in dieser Gesellschaft teilzuhaben.

Für uns ist es selbstverständlich, dass das neue Jugendzentrum interessierten jungen Menschen offen steht, ganz egal, ob sie beispielsweise einen Migrationshintergrund, eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung oder eine vom gesellschaftlichen Normativ abweichende sexuelle Orientierung haben. Wir sehen Diversität als Chance und werden die besonderen Bedarfe und Potenziale, die sich aus einer heterogenen Besucher*innenstruktur ergeben, in der Planung von Angeboten jederzeit berücksichtigen. Geschlechterstereotypen stehen wir als Träger mit langjähriger Erfahrung in der Koedukation von Jungen und Mädchen kritisch gegenüber, weshalb wir diese in geschlechtsspezifischen Angeboten nicht reproduzieren, sondern hinterfragen wollen.

Als weitere Querschnittsaufgabe begreifen wir die Unterstützung der Besucher*innen in der Aneignung einer kritischen Medienkompetenz, welche wir vielfältig in den angedachten Angeboten der Einrichtung durch medienpädagogische Methoden vermitteln möchten.

8.2 Angebote

Um auf die Angebote des Jugendhauses aufmerksam zu machen, werden wir neben der Nutzung klassischer Medien wie Zeitung, Flyer und Plakaten auch zeitgemäße und jugendaffine Methoden wie Social Media, Websites und Instant Messaging nutzen. Darüber hinaus können wir uns gut vorstellen, beispielsweise bei Veranstaltungen wie OLGAs Rock oder dem Osterfelder Stadtfest über die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung im Jugendzentrum zu informieren.

Der zentrale Raum der Einrichtung wird das Jugendcafé sein, das zu den Öffnungszeiten von den Besucher*innen durchgehend genutzt werden und von wo aus sich die Teilnahme an weiteren Angeboten ergeben soll.

Jugendcafé

Im Jugendcafé der Einrichtung stehen der Aufenthaltscharakter und die Möglichkeit zur Begegnung in einem zwanglosen Kontext im Vordergrund. Insbesondere soll es keinen Konsumzwang geben, das bedeutet, die Besucher*innen müssen nichts verzehren um sich dort aufhalten zu dürfen und können auch selbst Speisen und Getränke mitbringen. Ebenso sollen alle Besucher*innen jederzeit kostenfrei Mineralwasser erhalten. In diesem Raum soll Selbstorganisation in einem gelenkten Rahmen erlernt werden können: die Besucher*innen übernehmen Verantwortung für ihr Café, indem sie zum Beispiel an der Planung des Einkaufs, der Getränkeauswahl und der Organisation des Verkaufs beteiligt werden. Sie können darüber hinaus ehrenamtlich im Cafébetrieb tätig werden. Auf der Speisekarte sollen neben Getränken auch kleine Snacks stehen, wobei die Preise an die finanzielle Situation der Jugendlichen angepasst werden und nicht zur Gewinnerzielung dienen.

Der Aufenthaltsbereich wird unter Einbezug der Vorstellungen der jungen Menschen gemütlich mit Sofas und weiteren Sitzgelegenheiten eingerichtet. Er soll sowohl ruhige Rückzugsorte bieten, als auch Raum für Kommunikation, gemeinsames Arbeiten und Spielen bieten. Über die genaue Ausstattung mit in Jugendzentren häufig anzutreffenden Gegenständen wie beispielsweise Billard- oder Kickertisch, Bildschirm/Beamer oder Videospiele, die einen niedrigschwelligen Zugang ermöglichen, soll im weiteren Planungsverlauf gemeinsam mit den zukünftigen Besucher*innen entschieden werden. Wir halten als Mindestausstattung eine Verkaufstheke mit Kühlmöglichkeit, eine variable Beleuchtung, eine Musikanlage sowie einen kostenfreien WLAN-Hotspot für nötig.

Offene Angebote

Es soll eine Vielfalt an offenen Angeboten im Jugendzentrum geboten werden, die sich an der Lebenswelt der jugendlichen Besucher*innen orientieren und aktuelle Trends sowie innovative Themen berücksichtigen. Hinzu kommen die „Dauerbrenner“ der offenen Arbeit wie beispielsweise Gesellschaftsspiele, Ballspielarten, Kreativ-/Werkangebote oder weitere Arten sich künstlerisch auszudrücken.

Als Besonderheit wird ein „Cliquenraum“ eingerichtet, der als entpädagogisierter Raum den Besucher*innen zur weitgehend freien Gestaltung, die keine Rücksicht auf weitere Nutzungen nehmen muss, überlassen wird. Hier können sich Gruppen zurückziehen und ungestört in für sie angenehmer Atmosphäre ihren Interessen nachgehen.

Jugendkultur

Als Ergänzung zu den kommerziellen jugendkulturellen Veranstaltungen und den bestehenden Einrichtungen der OKJA wie Druckluft und Emscherdamm soll das Jugendzentrum weiteren jugendlichen Zielgruppen und Szenen aus ganz Oberhausen einen neuen Anlaufpunkt für Kultur in zentraler Lage bieten. Vorstellbar sind aus unserer Sicht jugendgerechte Kulturveranstaltungen wie zum Beispiel Kinoabende, Konzerte, Jugenddisco, Jamsessions oder Poetry Slams.

Eine Anbindung an die erfolgreichen Jugendsportnächte in der Gesamtschule Osterfeld ist hierbei ebenso wünschenswert wie die Zusammenarbeit mit anderen Trägern der Jugendkultur.

Gesundheit, Motorikförderung und Ernährung

Bewegungsfähigkeit und Körpergefühl spielen in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen eine bedeutsame und persönlichkeitsprägende Rolle und sollen daher einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit bilden. Dies spiegelt sich in einer Angebotsstruktur wider, die sowohl niedrigschwellig Zugänge zum Thema als auch unter anderem Trendsportarten, Akrobatik, Klettern, Kochkurse, Urban Gardening oder Selbstverteidigungskurse beinhalten könnte.

Gruppenbezogene Angebote

Nach den Bedarfen der die Einrichtung besuchenden Kinder und Jugendlichen sollen weitere gruppenbezogene Angebote entstehen, die spezifische Themen behandeln und im Sinne nonformaler Wissensvermittlung einen niedrigschwelligen Bildungsauftrag verfolgen. Aus unserer Erfahrung in der offenen Arbeit könnten dies exemplarisch Gendergruppen, Musikgruppen, Angebote zur Unterstützung des Spracherwerbs oder Hausaufgabenunterstützung sein.

Beratungs- und Unterstützungsangebote

Durch gut geführte Beziehungsarbeit mit den Besucher*innen entsteht häufig ein Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeiter*innen, in dem Problemlagen angesprochen werden, die nicht immer durch die Fachkenntnisse des Personals gelöst werden können. Daher setzen wir auf Kooperation im Hilfenetzwerk mit weiteren Beratungsstellen, welche sich auf gewisse Themen spezialisiert haben und an die wir im Einverständnis mit den Betroffenen diese vermitteln. Im Jugendzentrum soll es einen Beratungsraum als neutralen Ort geben, in dem unsere Kooperationspartner regelmäßig Sprechstunden anbieten können und der für vertrauliche Gespräche zur Verfügung steht. Wir streben, auch im Sinne eines präventiven Handlungsansatzes, eine regelmäßige Präsenz von Beratungsinstitutionen wie ProFamilia, Drogenberatungsstelle, Migrations- und Flüchtlingsberatung, Jugendberufshilfe, Schuldnerberatung etc. an.

Angebote der aufsuchenden Arbeit

Wie schon in den Punkten 3.1 und 3.2 erwähnt wird das mobile Angebot mit einem Spielmobilanhänger durchgeführt, der in regelmäßigen Abständen verschiedene Orte in abseits gelegenen Quartieren des Sozialraums Osterfeld aufsucht. Hierbei sehen wir selbstverständlich Absprachen mit den bestehenden Angeboten der aufsuchenden Arbeit wie „Flotte Lotte“, „Manni“ und dem Spielmobil „Dicker Brummer“ vor, um in Kooperation mit diesen eine bestmögliche räumliche und thematische Abdeckung zu gewährleisten.

Wie auch in der Einrichtung „Falkentreff“ auf dem Tackenberg streben wir eine Spielplatzpatenschaft an, um von Mai bis September einen regelmäßigen Anlaufpunkt im Quartier Vondern zu bieten. Konzeptionell muss sich die aufsuchende Arbeit an den Interessen der teils deutlich jüngeren Zielgruppe orientieren.

Darüber hinaus halten wir jugendspezifische mobile Aktionen wie zum Beispiel Street Art, Outdoor-Spiele und erlebnispädagogische Angebote für denkbar.

9. Kooperationen

Gelingende Netzwerkarbeit und Kooperationen mit anderen Akteuren der Jugendhilfe sowie im Stadtteil Osterfeld sind aus unserer Sicht wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Jugendarbeit in der geplanten Einrichtung. Im Folgenden skizzieren wir unsere Vorstellungen dazu und benennen konkrete Partner, mit denen wir uns eine Zusammenarbeit wünschen.

9.1  Gesamtschule Osterfeld

Aus unserer Sicht ist schon durch die Standortentscheidung eine enge Kooperation mit der Gesamtschule Osterfeld und den dort agierenden Personen selbstverständlich. Dabei legen wir Wert darauf, dass diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe und zu beiderseitigem Nutzen gestaltet wird, während die Eigenständigkeit beider Partner natürlich gewahrt bleiben soll.

Mit der Schulleitung der GSO streben wir einen regelmäßigen Austausch über aktuelle Entwicklungen und Planungen der beiden Institutionen an, darüber hinaus werden wir eine Schnittstelle für organisatorische Absprachen schaffen. Auf dieser Ebene sollen außerdem konkrete Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet werden, die sich beispielsweise auf den Ganztag der GSO oder gemeinsame Fortbildungsangebote mit dem Kollegium beziehen könnten.

Die Schüler*innenvertretung (SV) soll bereits in der Planungsphase des neuen Jugendzentrums eingebunden werden – siehe hierzu Gliederungspunkt 10 – und auch im laufenden Betrieb desselben stetig die Interessen und Belange der Schüler*innenschaft der GSO bündeln und kommunizieren, um sie in die Programmgestaltung zu integrieren. Weiterhin halten wir eine Zusammenarbeit bei inhaltlichen Veranstaltungen für nahe liegend.

Eine besondere Rolle kommt der Kooperation mit der Schulsozialarbeit der GSO zu, mit der – selbstverständlich unter Wahrung datenschutzrechtlicher Bestimmungen – ein zweckgerichteter und regelmäßiger Austausch von uns angestrebt wird.

9.2  Beratungs- und Hilfsangebote

Wie im Gliederungspunkt 8.2 dargestellt, streben wir eine intensive Kooperation mit verschiedenen Beratungsstellen an. Diese soll in der Praxis an den Bedarfen der Besucher*innen ausgerichtet werden und kann, wie vorgenannt beschrieben, sowohl in gemeinsamen Projekten oder Veranstaltungen als auch in einem Sprechstundenangebot münden. Aus unserer Erfahrung in der offenen Kinder- und Jugendarbeit bieten sich die folgenden beispielhaft genannten Institutionen und Hilfsangebote als Partner für eine Zusammenarbeit an:

  • Drogenberatungsstelle DROBS
  • Pro Familia
  • Berufsberatung der Agentur für Arbeit / BIZ
  • Jugendberufshilfe / ZAQ
  • Schuldner- und Insolvenzberatung
  • LSBTI*-Beratungsstelle „No.Name“
  • Salafismusprävention „Wegweiser“
  • Migrationsberatung
  • Flüchtlingsberatung

9.3  Weitere Kooperationspartner

Im Abschlussbericht zur Evaluation der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Oberhausen ist unter Punkt 3.3 als Ziel für den Sozialraum Osterfeld formuliert worden, dass die OKJA durch das dort neu zu schaffende Jugendzentrum koordiniert wird. Um dem Rechnung zu tragen, setzen wir eine enge Kooperation mit den umliegenden Einrichtungen (Ev. Jugendzentrum Kapellenstraße, Falkentreff und Jugend-APO) voraus, wünschen uns aber darüber hinaus die Zusammenarbeit mit weiteren offenen Einrichtungen in Oberhausen, wenn diese beispielsweise in Feldern wie der Jugendkulturarbeit oder der Erlebnispädagogik angesiedelt sind. Hinzu kommt die angestrebte Kooperation mit den Trägern der bestehenden Angebote aufsuchender Jugendarbeit.

Ebenso sind die Teilnahme an der Arbeitsgruppe Jugendarbeit sowie die Kooperation mit den Bereichen Jugendhilfeplanung und Jugendförderung für uns obligatorische Bestandteile der vernetzenden Arbeit der Einrichtung.

In Bezug auf mögliche Ferienprogramme streben wir eine Veröffentlichung im „Action Guide“ der Stadt Oberhausen sowie flankierende Absprachen mit den städtisch koordinierten Ferienspielen über die Programmgestaltung an.

Als Vorteil des Standortes sehen wir die direkte Anbindung an die Stadtteilbibliothek Osterfeld, mit der wir uns beispielsweise gemeinsame Projekte im Bereich der Leseförderung gut vorstellen können.

Die vielfältigen Interessen der zukünftigen Besucher*innen legen aus unserer Erfahrung auch Kooperationen mit Sportvereinen, Musikschulen sowie Kunst- und Kulturschaffenden nahe.

Schließlich verstehen wir das Jugendzentrum als Ort der Begegnung, in dem sich auch neue jugendliche Peergroups zusammen finden sollen und wo sie in vertrauensvoller Atmosphäre auf Ressourcen und Räumlichkeiten zurückgreifen können.

10. Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern (insbesondere Jugendlichen)

Im Gliederungspunkt 8.1 findet sich eine detaillierte Darstellung unseres Verständnisses einer jugendgerechten Beteiligung der Besucher*innen an Planung und Durchführung des Regelbetriebs der Einrichtung. Wir legen aber großen Wert darauf, dass die Kinder und Jugendlichen bereits während der Konzeptionsphase mit ihren Ideen und Vorstellungen eingebunden und ernst genommen werden. Bisher ist dies schon in folgender Art und Weise von uns umgesetzt worden:

  • Einbezug von jungen Ehrenamtlichen
    Das vorliegende Konzept wurde maßgeblich von jungen Ehrenamtlichen im Durchschnittsalter von 22 Jahren, die bei uns im Haus und im Verband tätig sind, mit Unterstützung unseres pädagogischen Fachpersonals angefertigt. Es berücksichtigt insofern bereits viele konkrete, von ihnen eingebrachte Vorschläge zur Ausgestaltung des Jugendhauses. Dies erklärt den Umfang und die Detailtiefe des Konzeptes, welches im Rahmen vieler Abendveranstaltungen entstand, seit uns erstmalig die Planungen der Stadt in Bezug auf das neue Jugendzentrum bekannt wurden.
  • Beteiligungsveranstaltung „Was ist das für 1 Jugendhaus?“
    Am 07.12.2016 fand im „Falkentreff“ eine frühe Beteiligungsveranstaltung für Kinder und Jugendliche in Form einer Ideenwerkstatt, in der die Teilnehmer*innen bereits erste Ideen und Vorstellungen äußern und auf verschiedene Art und Weise darstellen konnten, statt. Siehe hierzu: Anlage 1 „Dokumentation Beteiligungsveranstaltung 07.12.2016“
  • Online-Fragebogen
    Seit dem 08.12.2016 wird von uns ein Fragebogen im Internet zur Verfügung gestellt, über den niedrigschwellig Erwartungen und Wünsche der zukünftigen Besucher*innen gesammelt werden. Siehe hierzu: Anlage 2 „Online-Fragebogen“

Sollten die Falken im Zuge des Auswahlverfahrens als Träger des neuen Jugendzentrums bestimmt werden, soll die weitere Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Bürger*innen in folgender Art und Weise gestaltet werden:

  • Gemäß der im Anforderungsprofil enthaltenen Zeitplanung werden im April 2017 das Jugendparlament und die Schüler*innenvertretung der Gesamtschule Osterfeld über den derzeitigen Planungsstand methodisch angemessen informiert. Ihre Anregungen und Ideen zur Weiterentwicklung des Konzeptes sollen aufgenommen, diskutiert und eingepflegt werden. Hierbei ist es uns wichtig zu betonen, dass auch dem Zwischenergebnis widersprechende Vorstellungen berücksichtigt und in die weitere Diskussion eingebracht werden.
  • Im Vorlauf der Erstellung des Einzelförderantrages zur baulichen Gestaltung des (Teil-)Neubaus werden alle interessierten Kinder und Jugendlichen in einer weiteren Ideenwerkstatt in die Planung mit einbezogen, damit ihre Wünsche im Abgleich mit dem vorliegenden Konzept an die Architekt*innen herangetragen werden können.
  • Während der nun folgenden Bauphase soll weiter in geeigneten Formaten mit den interessierten Kindern und Jugendlichen, dem Jugendparlament und der Schüler*innenvertretung der GSO an der inhaltlichen Konzeption gefeilt werden. Der Fokus soll auf die inhaltliche Schwerpunktlegung und die Programmgestaltung gelegt werden, hinzu kommt ein Ideenwettbewerb um den Namen des neuen Jugendzentrums.
  • Die Beteiligung von Bürger*innen aus der Nachbarschaft der Einrichtung soll über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und auch Einblicke in die geplante Arbeit geben. Insbesondere sollen eventuelle Vorbehalte gegenüber des Vorhabens in angemessener Form erfasst und diese im persönlichen Gespräch – als Format kämen hier beispielsweise Bürger*innenforen in Betracht – ausgeräumt werden.
  • Über den Fortschritt des Gesamtprojektes soll in Form eines Internet-Blogs regelmäßig informiert werden

11. Sonstiges

Um die Erreichung der mit der Neueröffnung eines Jugendzentrums in Osterfeld Mitte verbundenen Erwartungen und Ziele sicherzustellen und diese regelmäßig zu evaluieren, sehen wir die Implementation eines professionellen Qualitätsmanagementsystems als notwendig an. Dieses soll parallel zur Erstellung der Feinkonzeption und orientiert an den fachlichen Standards ausgearbeitet werden.

Der Träger ist Mitglied im Falken Bildungs-und Freizeitwerk NRW e.V.. Im Rahmen dieser Mitgliedschaft findet ein überregionaler fachlicher Austausch statt. Außerdem kann der Träger und damit auch die Fachkräfte der Einrichtung auf die Beratungsleistungen des Dachverbands zurückgreifen. Im Rahmen der Mitgliedschaft besteht über den Dachverband auch Kontakt zur Universität Duisburg Essen. Es ist geplant, Studierende der Universität in die pädagogische Praxis einzubinden, um so die Qualitätsentwicklung der pädagogischen Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu begleiten. In diesem Rahmen ist auch ein solcher Diskurs mit der zukünftigen Einrichtung über unseren Träger möglich.

Datenquellen

  • Anforderungsprofil für den Betrieb des Jugendzentrums Osterfeld
  • Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Oberhausen 2015-2020
  • ZEFIR Sozialraumanalysen
  • Statistikdaten der Stadt Oberhausen, Amt für Statistik und Wahlen
  • Abschlussbericht: Evaluation der offenen Kinder- und Jugendarbeit, 2016